Brüggen - Kreuzherrenkloster

Weil durch den Rastplatz an der Kreuzung von zwei Handelsstraßen in Brüggen Bedarf für Kreuzherrenkloster 1945Beköstigung und Übernachtung von Fremden bestand, holte der Landsherr Graf Vincenz von Moers 1479 Kreuzherren nach Brüggen. Dieser Orden hatte die Nebenaufgabe, Pilger und Reisende zu betreuen. Der ursprünglich teilweise auf der Klosterstraße, teilweise auf dem Kreuzherrenplatz stehende zweistöckige Konvent "Conventus Pontis Coeli" brannte inklusive Bibliothek 1751 aus; Speisesäle, Küche und Schlafsäle für Gäste (heute GKreuzherrenkloster 2002aststätte "Altdeutsche Bier- und Weinstube") blieben verschont. Danach bauten die Kreuherren 1756 das ab heute zu sehende Konventgebäude im Stile des Spätbarock. Die französische Regierung säkularisierte das Kloster Anfang des 19. Jahrhunderts (Auflösung der Stifte und Klöster).
Seit dem 4.August 1802 bestand es einfach nicht mehr und wurde der französischen Ehrenlegion übergeben.
1811 erwarben der Düsseldorfer Gelehrte Johann Friedrich Benzenberg (1777-1846) und der Eberfelder Kaufmann Jakob Platzhoff (ein Onkel Benzenbergs) das Kreuzherrenkloster für einen Spottpreis (1000 Taler).
Aus Briefen von Benzenberg gehen die Grunddaten hervor (72.000 Taler Baukosten, 3 Etagen, 170x40 Fuß Fläche, 46 Zimmer, 6 Keller, usw., sowie 4 Morgen Land. Ab 1840 betrieb Benzenberg im ehemaligen Kreuzherrenkloster für einige Jahre die erste mechanische Seidenweberei des europäischen Festlands. 1843 stand es aber wieder zum Verkauf. Später diente das Gebäude als Waisenhaus, Schule, Post, Pastorat und (heute) als Sitz der Gemeindeverwaltung.

 

Quellen:

  • Der Niederrhein - Schauplatz europäischer Geschichte (S. 111 - 115)

 

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